Glyphosat raus aus den Läden und den Gärten!

22.07.17 –

Schöner Erfolg der Niederkasseler GRÜNEN

Am Dienstag konnte man es in der Presse lesen: "Umstrittenes Mittel wird verbannt - Baumarkt reagiert auf Vorstoß der Grünen - Mittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein".

Das Unternehmen Mobau Klein hat jetzt entschieden, sämtliche glyphosathaltigen Produkte aus dem Sortiment der Niederkasseler Baumärkte zu nehmen. "Mobau reagiert damit auf einen Vorstoß der Niederkasseler Grünen. Ihre Mitglieder Christoph Thiem und Ulrich Buchholz hatten in Gesprächen mit örtlichen Imkern erfahren, dass auch in Niederkassel die Zahl der Bienenvölker immer mehr zurückgeht. Als Ursache für das Massensterben der Bienen machen die Imker nicht nur den Klimawandel, sondern auch die intensive Landwirtschaft und die Verwendung von Pestiziden auf Feldern, aber auch in privaten Gärten verantwortlich." (Rhein-Sieg-Anzeiger vom 18. 7. 17)

Fast zeitgleich wie diese Meldung erreichte uns eine Rundmail des Umweltinstituts München mit dem Titel "Glyphosat und Krebs: Systematischer Regelbruch durch die Behörden". Das renommierte Institut deckt immer wieder die Skandale um die gesundheitliche Bewertung von Glyphosat auf:"Immer wieder kommen Informationen über geheim gehaltene Studien von Monsanto und Co., das gezielte Weglassen von relevanten Daten und die Beeinflussung von (...) Wissenschaftlern ans Licht." Die Recherchen des Umweltinstituts decken einen skandalösen Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf:

"Heute erscheint in Wien eine neue Analyse, in der der Toxikologe Dr. Peter Clausing nachweist, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) systematisch Hinweise auf eine krebserzeugende Wirkung von Glyphosat aussortieren. Bei der Auswertung von sieben Studien verstießen die Behörden zudem eindeutig gegen ihre eigenen Richtlinien."

Diese Woche wurde zudem ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag bekannt, das ein Glyphosatverbot mit Gentechnik in Verbindung bringt. Sollte Glyphosat verboten werden, muss die EU auch den Import von Lebens- und Futtermitteln mit Glyphosatrückständen unterbinden. Auf Millionen Hektar in Südamerika wächst genmanipuliertes, glyphosatresistentes Soja für die Massentierhaltung in Europa. Wenn Glyphosat verboten wird, dürfen diese Futtermittel nicht mehr importiert werden.

Es drängt sich ein schwerwiegender Verdacht auf: Soll Glyphosat gerettet werden, weil es für Teile der Landwirtschaft "systemrelevant" geworden ist?

Glyphosat ist eines der am meisten verkauften Breitbandherbizide, das vor allem unter dem Namen "Roundup" von Monsanto vertrieben wird. Ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen setzt sich nun dafür ein, dass das Mittel in Europa verboten wird.

Kommende Woche beraten die EU-Mitgliedsstaaten über den Vorschlag der Kommission, das Gift für zehn weitere Jahre zuzulassen. "Dabei dürfen die falschen Einschätzungen der Behörden nicht als Entscheidungsgrundlage dienen. Wir fordern die Mitgliedsstaaten dazu auf, das in der EU geltende Vorsorgeprinzip anzuwenden und ein Verbot von Glyphosat durchzusetzen." (Umweltinstitut München)

Dem Beispiel von Niederkassel folgend sollten wir auch in unserer Umgebung auf die Betreiber von Baumärkten, Gärtnereien u.s.w. zugehen und ggf. darauf drängen die hochgiftigen Substanzen aus dem Sortiment zu nehmen. Von Privatleuten bereits gekaufte glyphosathaltige Produkte sollten keinesfalls über den Hausmüll sondern über den Sondermüll-Abholdienst der RSAG entsorgt werden. Die Gemeindeverwaltung hat auf Antrag der Windecker GRÜNEN bereits reagiert und zugesagt, die gemeindeeigenen Flächen nicht mehr mit Glyphosat zu behandeln. Vereine, die Freiflächen pflegen (z.B. Sport-, Bürger-, Verschönerungs-, oder Friedhofsvereine) fordern wir ebenfalls auf, auf den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden zu verzichten.

Vorstand und Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen Windeck

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