„Gewalt darf niemals Mittel der Politik sein“ – Rede von Thomas Ritzer in der Ratssitzung am 16.12.2025

16.12.25 –

Am 10. Dezember 2025 wurde das Ratsmitglied Rainer Tüschenbönner nach einer Ausschusssitzung vor seinem Wohnhaus brutal angegriffen und schwer verletzt. Die Täter beschimpften ihn unter anderem als „linke Ratte“ und „Verräter“. Der Staatsschutz ermittelt, vieles deutet auf einen politisch motivierten Hintergrund hin.

In der Ratssitzung am 16. Dezember 2025 haben Bürgermeisterin Alexandra Gauß und die Fraktionen von SozialPlus (gemeinsame Fraktion von Grünen und Die Linke), CDU/FDP und SPD den Angriff deutlich verurteilt und ihre Solidarität mit Rainer Tüschenbönner und seiner Familie bekundet.

Nachfolgend dokumentieren wir die Rede unseres Fraktionsvorsitzenden Thomas Ritzer (SozialPlus) in voller Länge – als klares Bekenntnis zu Respekt, Gewaltfreiheit und einer wehrhaften Demokratie in Windeck:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, meine Damen und Herren,

das Geschehen hat uns alle tief bewegt. Wir sind schockiert wir sind erschüttert, betroffen.

Dieser feige Übergriff ist nicht nur ein Angriff auf ein Mitglied unseres Rates, sondern auf unsere gesamte Gemeinschaft, auf unsere demokratische Kultur und auf die Werte, die uns tragen: Respekt, Freiheit und die Würde jedes Menschen.

Vielleicht denken immer noch einige, hier bei uns im friedlichen Windecker Ländchen, wo man sich kennt, wo man miteinander redet kann so etwas nicht geschehen. Doch wir müssen uns bewusst machen: Gewalt gegen Menschen mit anderen Ansichten, mit einer anderen Kultur einer anderen Haltung was Wahrheit und Gerechtigkeit betrifft, hat eine lange, traurige Geschichte. Schon in der Vergangenheit wurden Politiker, Bürgerinnen und Bürger Opfer von Angriffen, weil sie für ihre Überzeugung eintraten.

Und auch heute gibt es wieder eine Zeit, wo Verunsicherung und Ängste bewusst erzeugt werden und Lügen und Hass weite Verbreitung finden. Das ist der Nährboden dafür, dass auch heute wieder Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, bedroht und attackiert werden.

Wir dürfen nicht wegschauen, nicht schweigen und müssen Aufmerksamkeit schaffen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Gewalt und Einschüchterung ihren Weg in unsere Gesellschaft finden. Wer politische Verantwortung übernimmt, darf niemals Angst haben müssen, für sein Engagement körperlich attackiert zu werden.

Gewalt hat keinen Platz in unserer Gemeinde, in unserem Land, in unserer Demokratie.

Wir alle – Ratsmitglieder, Bürgerinnen und Bürger – müssen zusammenstehen und zeigen: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir werden Hass und Gewalt nicht akzeptieren.

Tretet Hassreden entschieden entgegen. Schaut nicht weg, wenn Menschen bedroht oder angegriffen werden. Unterstützt diejenigen, die sich für die Grundwerte unserer Verfassung einsetzen. Nur wenn wir gemeinsam Haltung zeigen, können wir verhindern, dass Angst und Gewalt gesellschaftsfähig werden.

Lieber Rainer Tüschenbönner wir wünschen Ihnen Kraft und Genesung.

Wir werden mutig, entschlossen und solidarisch gewaltbereiten Kräften entgegentreten. Denn Demokratie lebt von Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen.

 

Weiterführende Berichterstattung

Für alle, die sich weiter informieren möchten, hier eine Auswahl externer Beiträge zum Angriff auf Rainer Tüschenbönner:

WDR Lokalzeit aus Bonn (Video, 17.12.2025) „Lokalzeit aus Bonn“ – Beitrag zum Überfall auf ein Ratsmitglied in Windeck

Kölner Stadt-Anzeiger – Region Eitorf/Windeck „Windeck: Staatsschutz ermittelt nach Überfall auf Politiker“

Windeck24 „Angriff auf Windecker Ratsmitglied – Ermittlungen nach gewaltsamem Überfall“

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