Rede von Thomas Ritzer zur Einweihung des NSU-Mahnmals in Windeck

„Erinnern heißt Verantwortung übernehmen“

09.05.26 –

Am 7. Mai 2026 wurde auf dem Friedhof im Siegbogen in Rosbach ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und für die Opfer rechtsextremen Terrors eingeweiht. Der Gedenkort ist Teil der Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds“, die 2020 nach dem rassistischen Anschlag von Hanau vom Landesintegrationsrat NRW ins Leben gerufen wurde.

Für unsere gemeinsame Fraktion SozialPlus (Grüne und Die Linke) sprach unser Fraktionsvorsitzender Thomas Ritzer. Ebenfalls anwesend waren unsere Fraktionsmitglieder Luca Schwarzer und Ute Rötzheim-Hill, unsere Bürgermeisterin Alexandra Gauß, die Mitglieder des Friedhofsvereins Rosbach, die ihr Gelände sofort für das Mahnmal zur Verfügung stellten und den Gedenkort pflegen, weitere Ratsmitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger.

Der Gedenkort erinnert an die zehn vom NSU ermordeten Menschen und an alle weiteren Opfer rassistischer Gewalt. Er steht zugleich für die Verantwortung, rechtsextreme Gewalt klar zu benennen, Erinnerung wachzuhalten und demokratische Haltung zu zeigen.

Nachfolgend dokumentieren wir die Rede unseres Fraktionsvorsitzenden Thomas Ritzer (SozialPlus) in voller Länge – als klares Bekenntnis zu Erinnerungskultur, Menschenwürde und einer wehrhaften Demokratie in Windeck:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

10+1 Bäume für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds. Die Kampagne wurde 2020 nach dem rechtsterroristischen, rassistisch motivierten Anschlag in Hanau vom Landesintegrationsrat NRW ins Leben gerufen. 10 + 1

Zehn Bäume für die zehn Menschen, die durch den NSU ermordet wurden. Ein weiterer Baum für alle anderen Opfer rassistischer Gewalt.

Die Morde des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ waren rassistische Terrorakte gegen unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Menschen wurden ermordet, viele weitere verletzt, bedroht, stigmatisiert. Und auch nach den Taten wurden ihre Angehörigen zu Opfern gemacht, weil ein rechtradikaler Hintergrund der Taten ignoriert wurde. Diese Verbrechen sind ein dunkles Kapitel unserer jüngeren Geschichte – und sie mahnen uns, niemals wegzuschauen.

Wir müssen nicht weit in die Vergangenheit blicken, um zu verstehen, wie gefährlich rechtsextreme Ideologien sind. Auch in Windeck gibt es Opfer rechter Gewalt. Rechtsextreme Gewalt ist nicht abstrakt. Sie ist nicht weit weg. Sie kann uns alle treffen.

Gerade deshalb ist die Realisierung eines Gedenkortes für die Opfer des NSU und des rechtsextremen Terrors nicht nur ein symbolisches Projekt. Sie ist eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Eine lebendige Erinnerungskultur ist eine demokratische Notwendigkeit. Sie schützt uns davor, dass Geschichtsverdrehung, wie sie in Teilen heute betrieben wird, gesellschaftsfähig wird. Sie erinnert uns daran, sich der historischen Verantwortung zu stellen und die Verbrechen des Nationalismus und des NSU nicht zu relativieren.

Ich danke allen, die sich für diesen Gedenkort eingesetzt haben. Vor allem unserem ehemaligen Ratsmitglied Richard Suhre, der den Anstoß für den Antrag gegeben hat und auch dem Friedhofsverein der sofort gesagt hat: Hier ist der richtige Ort für dieses Mahnmal. Wir machen das.

Möge dieser Ort daran erinnern, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen – für die Vergangenheit, für die Gegenwart und für die Zukunft. Vielen Dank!

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