20.07.2020

Klimaschutz, Tierwohl und Ernährung

Vegetarier, Pescetarier, Veganer, Flexitarier, Frutarier: Welche Ernährung ist die richtige? Auch bei den Windecker GRÜNEN gibt es zu dieser Frage eine lebhafte Diskussion und unterschiedliche Ansichten.

Zur Erklärung: Vegetarier verzichten auf Fleisch und Fisch. Pescetarier essen Fisch aber kein Fleisch, Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte in der Ernährung, so z.B. auch auf Honig oder tierische Gelatine. Flexitarier essen selten Fleisch und Fisch und stellen dann hohe Ansprüche an Haltung, Ökologie und Herkunft der Produkte. Frutarier ernähren sich nur von Pflanzen, die nach der Ernte weiterleben; also z. B. keine Möhren. Wir denken, dass jede(r) für sich die richtige Ernährungsweise finden muss. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, im Sinne des Klimaschutzes, des Tierschutzes und der eigenen Gesundheit streben wir GRÜNEN jedoch eine bewusste Ernährung an und sind überzeugt, dass der Fleischkonsum insgesamt deutlich reduziert werden und sich an hohen Qualitätsstandards ausrichten muss. Die Medien haben uns in den letzten Wochen zur Genüge gezeigt, wie tier- und menschenverachtend und wie gefährlich die Zustände in der industriellen Fleischverarbeitung sind. Dazu kommen die ökologischen und ethischen Probleme der Massentierhaltung.

Im Entwurf des neuen GRÜNEN Grundsatzprogramms heißt es zu diesem Thema:

Tiere haben Rechte und dürfen nicht zu Rohstofflieferanten degradiert werden. Solange Menschen Tiere halten, um sie zu töten und zu essen oder um ihre Produkte zu nutzen, sind wir verpflichtet, für mehr Tierschutz und mehr Tierwohl in der Tierhaltung zu sorgen.

Entsprechend ist die Landwirtschaft so zu gestalten, dass entlang den Bedürfnissen von Tieren gewirtschaftet werden kann. Es sollen immer weniger Tiere immer besser gehalten werden, damit der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln sinkt.

In Windeck und Umgebung sind wir in der glücklichen Lage, dass wir noch nachhaltig produziertes Fleisch in Bio- oder Hofläden beziehen können sowie Wild aus dem heimischen Forst. Die Preise sind entsprechend höher als bei Fleisch und Fleischprodukten aus der Massentierhaltung – führen dann aber automatisch zu höherer Wertschätzung und seltenerem Verzehr. Auch die kritische Nachfrage bezüglich der Haltung und Herkunft der Tiere beim Metzger des Vertrauens ist unter Umständen hilfreich. Kaum ein Metzger in unserer Region schlachtet noch selbst. Bei Rindfleisch ist Ware aus heimischen Betrieben noch zu finden, bei Schweinefleisch und Geflügel ist dies kaum möglich.

Als Richtschnur für die Begrenzung des Konsums von Fleisch, Fisch und tierischen Produkten, wozu natürlich auch Eier und Milchprodukte gehören, sei Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland zitiert: Wenn wir wollen, dass alle Menschen gesund und ökologisch nachhaltig ernährt werden, muss unser Menüplan künftig zu 80 Prozent aus Pflanzen bestehen. Die Autorin bezieht sich damit auf die „Planetary Health Diet“, die planetare Gesundheitsdiät, die untersucht, wie eine nachhaltige Ernährung von zu erwartenden 10 Milliarden Menschen in der Mitte unseres Jahrhunderts gestaltet werden kann.

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